Über eine Million Tonnen Bomben wurden im Zweiten Weltkrieg auf mehr als 1000 Städte und Ortschaften in Deutschland abgeworfen. Zwischen Mai 1940 und 1945 kostete der Terror aus der Luft etwa 500.000 Menschen, überwiegend Frauen, Kinder und Alte, das Leben. Amtlichen Schätzungen zufolge kamen allein in der letzten Kriegsphase von Januar bis Mai 1945 rund 130.000 Menschen bei Luftangriffen um. Seit dem Mittelalter gewachsene Städte verbrannten in einem Feuersturm, der mit dem Abwurf von Stabbrandbomben auf die Zentren gezielt entfacht wurde. Hamburg und Dresden gingen als Fanale ins nationale Gedächtnis ein. Doch auch weitere 160 Städte wie Pforzheim, Dortmund, Darmstadt, Krefeld, Kassel oder Halberstadt wurden regelrecht eingeäschert.

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Jörg Friedrich, (Autor des Buches "Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945"), erhebt den Vorwurf, dass vor allem die Angriffe in den letzten Kriegsmonaten keinem militärischen Ziel mehr, sondern nur noch der Bestrafung dienten. Die Strategie, die deutsche Zivilbevölkerung mit den Bombardements zum Aufstand gegen Hitler zu bewegen, war lange gescheitert. Darüber hinaus - so Friedrich - gingen britische und amerikanische Jagdflugzeuge ab Herbst 1944 "auf eine Menschenjagd", "auf alles, was sich am Boden bewegte". Er bringt das Beispiel von Überlebenden der "Gustloff". Vor der Roten Armee nach Swinemünde geflohen, lagerten sie zusammen mit Tausenden von anderen Vertriebenen in den Kurparks des Badeortes. "Und die US-Bomber tun in Swinemünde das, was sie in ganz Deutschland tun. Nicht nur, dass sie den Park bombardieren, sondern sie tauchen auch hinunter und mähen diese Bevölkerung, schwangere Frauen, mit Maschinengewehren nieder."

Diskussion um Jörg Friedrichs Buch „Der Brand“ sorgte für erregte Gemüter
„Die Bombenwerfer waren Bestien“
Viele Zuhörer brachten ihre jahrelang aufgestaute Wut zum Ausdruck;...
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Geschichtsstunde vor vollem Haus 
Er hatte im Detail die ausgefeilte Technik vorgestellt, mit der britische Spezialisten 1945 aus der Luft 20000 Pforzheimer,  jeden dritten Bewohner der Stadt, töteten, halb so viele Menschen, wie durch die Atombombe auf Nagasaki umkamen, ...
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"Bomber Harris"
"Wenn man sagt, der Bomberkrieg hätte sich immer gegen die Zivilbevölkerung gerichtet: Welcher Krieg tut das nicht?" (Luftmarschall Sir Arthur Harris, der die Taktik aufbrachte, die alten Innenstädte mit Stabbrandbomben als "Anzünder" für den Feuersturm zu nutzen.) 
Es waren  vorsätzliche Zivilmassaker, die niemand mehr in Zweifel ziehen kann.  Es ist ein Verdienst von Friedrich, der als deutscher Öffentlichkeit für das Geschehene im Jahr 2003 herstellte. Neu ist die detaillierte Darstellung strategisch geplanter, aber militärisch sinnloser Maßnahmen. Ähnlich sieht das der britische Historiker Mark Conelly von der Universität von Kent. Zweifellos seien Zivilisten absichtlich bombardiert worden. Dies sei zunächst in der Hoffnung geschehen, Deutschland ohne Invasion zur Beendigung des Krieges zu zwingen. Es sei jetzt an der Zeit, dass man sich in Großbritannien und den USA selbstkritisch mit dem Thema befasse.