Der Tod fiel vom Himmel
Schicksale im Bombenkrieg 1940-1945

JF-Leser schildern ihre Erlebnisse

Liebe Leser,
Vor 58 Jahren, am 13. Februar 1945, wurde die Stadt Dresden durch Terrorangriffe der Briten und Amerikaner dem Erdboden gleichgemacht. Eine unvorstellbare Zahl von zivilen Opfern machte Dresden zum Symbol des Bombenkrieges.

Jörg Friedrich hat mit seinem im vergangenen November veröffentlichten Buch „Der Brand – Deutschland im Bombenkrieg 1940-45“ eine ungeheure Welle des Erinnerns ausgelöst. Das Buch steht seit Wochen unter den ersten Plätzen der Bestseller-Listen des deutschen Buchhandels. Inzwischen widmeten sich viele Zeitungen, Zeitschriften, Funk und Fernsehen diesem Thema, das wir in der JF-Ausgabe 50/02 vom 6. Dezember auf der Titelseite als „Das deutsche Trauma“ bezeichneten.

Sicher gibt es eine Zahl von Lebenserinnerungen, Stadtchroniken und Einzeldarstellungen sowie Abhandlungen in der wissenschaftlichen Fachliteratur, die sich mit dem Komplex „Bombenkrieg“ beschäftigen. Bei der Fülle zeitgeschichtlicher Literatur und der Dominanz anderer Aspekte im öffentlichen Erinnern war es aber überfällig, daß dieser Phantomschmerz, der beinahe jede deutsche Familie erfaßt, Artikulation erfährt.

So riefen wir unsere älteren Leser seit Anfang Januar dazu auf, uns ihre persönlichen Erlebnisse aus dem Bombenkrieg zu erzählen. Wir waren überwältigt von der Masse der Zusendungen! Das Thema scheint einen Nerv der Erlebnisgeneration getroffen zu haben. Viele haben offenbar Jahre oder auch Jahrzehnte die Erinnerung verdrängt, weil das Erlebte so furchtbar war. Jetzt aber reden sie.

Über 120 Zuschriften erhielten wir. Nahezu alle waren veröffentlichungswürdige Texte. Ich muß mich schon jetzt bei allen entschuldigen, die wir enttäuschen müssen, weil wir ihre Beiträge nicht drucken konnten. Wir hatten einfach nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet. Im letzten Moment noch haben wir die Beilage, die ursprünglich auf acht Seiten konzipiert war, auf 14 Seiten erweitert. Insgesamt konnten wir aber nur 74 Beiträge berücksichtigen und mußten teilweise die Texte kürzen. Wir bitten Sie herzlich hierfür um Verständnis.

Wir prüfen noch, ob sich eine umfangreiche Veröffentlichung der Beiträge in Buchform wirtschaftlich trägt. Dies hängt auch vom Zuspruch der Leser ab.

Bitte helfen Sie uns und tragen Sie zur Deckung der Kosten dieser Beilage bei, indem Sie sich Exemplare nachbestellen und in Ihrer Familie und unter Freunden weiterverbreiten. Auf der letzten Seite dieser Sonderbeilage finden Sie eine entsprechende Bestellmöglichkeit.

Diese Beilage entreißt Schicksale aus allen Teilen, aus allen Städten Deutschlands dem Vergessen. Sie erzählt den „Nachgeborenen“, wie es damals „wirklich war“. In vielen Beiträgen heben Leser hervor, daß sie heute noch schweißgebadet aus Alpträumen erwachen, die immer und immer wieder von den schrecklichen Bombennächten vor 60 Jahren handeln. Wie soll das ein heute 30jähriger nachfühlen, der das alles nicht erlebt hat?

Ergänzt haben wir die Texte durch eine Chronik der angloamerikanischen Angriffe auf Deutschland, die es so in deutschen Veröffentlichungen noch nicht gab. Wir stützten uns hierbei auf britische und amerikanische Standardwerke*.

Diese Seite erhebt nicht den Anspruch auf Wissenschaftlich- oder Vollständigkeit; sie soll vielmehr neben der Erinnerung an unsere Opfer, den Nachgeborenen eine Ahnung des Grauens geben und an dem Tabu rütteln, das Jörg Friedrich mit der Feststellung umschreibt: „Gucken sie in irgendein Schulbuch, ob diese Milleniumhandlung, diese Jahrtausendliquidierung der 160 Städte da auch nur mit einem Halbsatz auftaucht."

Hier könnten Ihr Bericht, Ihre Bilder zu sehen sein. Wir suchen Berichte von Zeitzeugen und Bilddokumente. Helfen Sie mit, dass unseren Opfern gedacht und das Geschehene  für die Nachwelt dokumentiert wird. Empfehlen Sie diese Seite weiter.


Ein herzlicher Dank an alle Leser, die sich beteiligt haben!


Dieter Stein